kathastrophen: (FußballRobbenBommelOTP)
[personal profile] kathastrophen

Titel: Gangster’s kiss
Autor: [livejournal.com profile] kessel_ksl 
Beta: hartlyserious
Fandom: Fußball, Alternative Realität
Charaktere: Mark van Bommel/ Arjen Robben
Kategorie: NC- 17 slash
Genre: Action, verschrobener Humor und ein bisschen Romantik. Und eine Überdosis Quentin Tarantino. 
Warnung: Gebrauch von Hieb- und Schusswaffen, Diebstahl, Schimpfwörter und gleichgeschlechtlicher Sex.
Wörter: 4.534
Disclaimer: Alles erstunken und erlogen. Ich hätt nur gern ein bisschen Feedback.
Musik: I have but one heart - The Godfather OST
Inhalt: 1938. Mark van Bommel ist der Mentor des jungen Arjen Robben, dem Sohn des Clanchefs. Und eigentlich sollte es ein ganz normaler Auftrag sein.



Markt parkt den schwarzen Chevrolet vor dem Geschäft des Pfandleihers. Er wirft einen prüfenden Blick die Straße hinunter, rückt seinen Hut zurecht und sieht dann den jungen Mann auf dem Beifahrersitz an. Dass der angespannt seinen Anzug zerknautscht, ist Mark schon öfters aufgefallen. Mittlerweile regt er sich nicht mehr darüber auf.

„Wir gehen jetzt da rein, holen die Kohle ab und fahren weg. Keine Aufregung.“, sagt er mit abgeklärter Stimme und steigt aus dem Wagen. Die Sonne blendet ihn für einen Moment. Er geht um den Wagen herum, strafft die Schultern und betritt vor seinem Begleiter den vollgestopften Laden. Ein kleines Glöckchen kündigt ihr Kommen an. Obwohl sie in der Tür verharren, hebt der behäbige Mann hinter dem Tresen nicht den Blick von seiner Zeitung.

„Begrüßt man so seine alten Freunde, Andries?“, fragt Mark und sorgt dafür, dass der Mann nun doch aufsieht. Für einen Moment scheint sein Blick erschrocken, als er die beiden Männer im Gegenlicht in der Tür stehen sieht, doch er setzt schnell ein versteinertes Lächeln auf und kommt um den Tresen herum.

„Mark.“, sagt er gedehnt. „Und der junge Herr Robben. Was für eine seltene Ehre.“ Andries spricht langsam und mit großen Gesten. Doch Mark entgeht seine Nervosität nicht.

„Andries.“ Mark spricht jetzt ebenso gedehnt. „Hast du etwa unsere kleine Abmachung vergessen?“ Er sieht sich betont langsam in dem Geschäft um, lässt seinen Blick hier und da an besonders wertvollen Gegenständen hängen. „Du weißt doch genau, dass du uns noch… einen gewissen Betrag schuldig bist. Und weißt du, die Schwester von Arjen hier-“ Er legt ihm eine Hand auf den Unterarm. „Sie heiratet bald und er möchte ihr ein schönes Geschenk machen. Das verstehst du doch sicherlich auch.“

Mark behält Andries im Blick und lächelt siegessicher. Seine Hand liegt noch immer auf Arjens angespanntem Unterarm. Die entstehende Pause dehnt sich aus, bis sich Andries plötzlich räuspert und auf sie zukommt.

„Natürlich verstehe ich diese Not, in die ihr da geraten seid.“ Er gibt sich keine Mühe mehr, den sarkastischen Unterton in seiner Stimme zu verheimlichen. „Allerdings habe ich mit seinem Vater eine andere Abmachung getroffen. Das Geld wird erst am 20. des Monats übergeben. Keinen Tag früher.“

Mark seufzt und sieht Arjen an.

„Deine Schwester wird ziemlich traurig sein, wenn du ohne Geschenk auf ihrer Hochzeit auftauchst, nicht wahr?“ Mark schüttelt bedeutungsschwer den Kopf. „Andries, gib deinem alten Herzen doch einen Ruck. Und du weißt doch, dass wir beide hier nur die Vorhut sind. Mit uns könntest du sogar noch verhandeln.“

Mark lässt seine Worte einen Moment im Raum stehen und bemerkt mit Freude, wie sich Andries Hand verkrampft und er die Lippen aufeinander presst.

„Aber wenn du dich weiterhin so sträubst, dann könnte mir auch ein kleines Missgeschick passieren.“ Er greift nach einer zerbrechlich aussehenden Porzellanfigur und betrachtet sie gründlich von allen Seiten. „Es wäre doch schade um dieses schöne Stück.“
Andries schnaubt und greift an den Männern vorbei zur Tür, dreht das Schild auf ‚Geschlossen‘. Mark hebt eine Augenbraue und zwinkert Arjen zu.

„So, und jetzt gibst du uns die 2000 Gulden und wir verschwinden, als wäre nichts passiert.“ Mark spricht nach wie vor äußerst geduldig, doch er spürt, dass Arjen hinter ihm beginnt nervös zu werden.

„Kann dein Begleiter eigentlich auch sprechen?“, fragt Andries ohne auf Marks Anweisung einzugehen.

„Natürlich kann er das.“ Arjen schafft es zu Marks Überraschung seiner Stimme einen erstaunlich ernsten Klang zu verleihen. „Immerhin hat mir noch niemand die Zunge rausgeschnitten.“

Die Drohung war subtil genug, dass Andries hinter seinen Tresen verschwindet und die Kasse öffnet. Grinsend klopft Mark Arjen auf die Schulter. Andries Seufzen lässt ihn herumfahren.

„Ich hab nicht genug Geld hier, aber vielleicht könnte euch das hier helfen, wenigstens die Hälfte zu akzeptieren!“

Wie aus dem nichts hat Andries einen alten Säbel hervorgezogen und zeigt damit auf die Männer. Arjen, der eben noch neben Mark stand, springt an ihm vorbei und zieht seinen Revolver, mit welchem er jetzt gefährlich nah vor Andries steht.

„Arjen!“, brüllt Mark erbost. „Was soll der Mist?“

Arjen antwortet ihm nicht und plötzlich scheinen mehrere Dinge auf einmal zu geschehen. Mark, der versucht Arjen wegzuziehen, weil Andries auf ihn zukommt. Der Schuss, der sich aus Arjens Waffe löst und Andries trifft. Arjens Aufschrei, wahrscheinlich gleichermaßen über den Schuss und das Blut, das ihm aus dem Schnitt auf seiner Wange über das Gesicht läuft.

„Pack den verdammten Revolver weg!“, fährt Mark Arjen an und schiebt ihn aus dem Weg, um sich über den Verletzten zu beugen. „Scheiße! Verdammt, verdammt, verdammt! Musst du gleich durchdrehen?“

Die Worte sind eher an Arjen gerichtet, als an Andries, der reglos auf dem Boden liegt.

„Du sollst ihn doch nicht gleich erschießen!“, faucht Mark und wischt sich mit der blutverschmierten Hand durch die Haare.

„Jetzt pack‘ wenigstens das Geld ein und dann hauen wir ab! Verdammt!“ Fluchend tritt er gegen den massiven Holztresen und plötzlich kommt auch wieder Leben in Arjen, der in die offene Kasse langt und fahrig Scheine in seine Anzugtaschen stopft.

Jetzt sitzen sie wirklich in der Klemme. Eigentlich sollten sie nur diesen läppischen Betrag einholen, Arjen sollte ein bisschen die Geschäfte kennenlernen. Überhaupt nicht spektakulär. Gut, vielleicht werden sie nicht jedes Mal bedroht, aber Andries war nun wirklich umgänglich. Ja, war. Und das musste er auch noch ihrem Boss erklären, aber zuerst sollten sie hier wegkommen.

„Los Arjen, wir hauen ab!“, befiehlt Mark.

Vorsichtig späht er durch das Fenster auf die Straße, doch es ist keine Polizei zu erkennen. Mit wenigen Schritten ist er bei ihrem Auto, Mark wirft den Motor an und sie rasen mit durchdrehenden Reifen die Straße entlang. Ein paar Leute schauen dem schwarzen Chevrolet hinterher.

Für einige Kilometer ist es völlig still im Inneren des Autos, bevor Mark sich soweit gesammelt hat, dass er nicht befürchten muss Arjen sofort an die Kehle zu springen. Mark lockert mit einer Hand den Knoten seiner Krawatte.

„Gut, du hast ihn erschossen. Lebendig wird er jedenfalls nicht mehr, da gibt es nichts zu reden. Aber warum musst du sofort durchdrehen? Wir hätten das Geld genommen und nächste Woche wären zwei Schläger vorbeigekommen, die sich den Laden etwas genauer angesehen hätten. Und heute Morgen frage ich noch deinen Vater, ob du reif genug für so ein Unternehmen bist. Eigentlich solltest du das auch sein. Wie alt bist du jetzt? Fünfundzwanzig?“

Mark schnaubt und sieht Arjen aus den Augenwinkeln an.

„Siebenundzwanzig.“, sagt er resigniert. Nur halb so eisig, wie es wohl wirken sollte. Das Blut auf seiner Wange ist geronnen, hat auch den Hemdkragen rot gefärbt. „Aber der Kerl hat uns bedroht! Und du siehst was dieser Säbel anrichtet! Wahrscheinlich hätte er uns noch das Ohr abgeschnitten!“

„Du musst wirklich noch lernen, dich zu rechtfertigen.“

Damit beendet Mark das Gespräch. Die Fahrt geht weiter über kleinere Straßen, tiefer in ländliche Gegenden hinein.

„Wohin fahren wir eigentlich?“, fragt Arjen schließlich leise, scheinbar ängstlich noch einmal zu werden.

„Dahin, wo uns vorerst niemand findet. Das Haus gehört deinem Vater.“ Marks Antwort ist knapp, aber nicht so feindlich wie zuvor. Immerhin müssen sie die nächsten Tage miteinander aushalten und Arjen ist der Sohn des Boss‘ ruft er sich in Erinnerung.

„Mein Vater hat noch ein anderes Haus? Warum weiß ich davon nichts?“

Mark hört eine leichte Empörung in Arjens Stimme. Als würde ihm sein Vater alles erzählen…

„Weißt du, es gibt vieles, was du noch nicht weißt, Grünschnabel.“, seufzt Mark und lacht kurz auf. „Hast du noch den Revolver? Den müssen wir loswerden.“

Schon ein paar Kilometer waren sie einen Fluss entlang gefahren, ehe Mark an dessen Ufer hält.

„Ja, ich hab ihn noch. Aber der ist neu! Genauso wie mein Hut!“ Arjen hebt die Hand, um den Hut zu greifen, doch er fasst ins Leere. „Verdammt! Ich hab meinen Hut verloren! Und jetzt grins nicht so!“

Mark steigt aus dem Auto, streckt sich und zündet eine Zigarette an. „Ach, dein feiner Herr Papa wird dir schon einen neuen Hut kaufen. Ob du einen neuen Revolver kriegst… Da bin ich mir grad nicht so sicher…“ Er lehnt sich gegen die Motorhaube und sieht Arjen dabei zu, wie er widerwillig die Waffe im Fluss versenkt.



„Und wie kommen wir da rein?“, fragt Arjen, als Mark den Chevrolet auf dem geschotterten Platz vor dem Haus parkt. „Hast du etwa einen Schlüssel?“

Mark seufzt und wendet sich zu ihm. „Natürlich habe ich keinen Schlüssel oder denkst du ich habe unseren kleinen Ausflug hier geplant?“ Wie naiv war dieser Junge eigentlich? „Wir brechen ein.“

„Was? Du- Wir können doch nicht einfach einbrechen!“ Arjen springt aus dem Auto und schlägt die Tür zu.

„Also ich habe nicht vor hier im Auto zu übernachten…“ Mark ist ihm gefolgt und schreitet nun auf das Haus zu. Lässt seinen Blick wachsam über die Mauern streifen, während er sein Jackett auszieht. Wahrscheinlich gibt es auf der Rückseite einen Dienstboteneingang. Er blickt über die Schulter, sieht dass Arjen ihm leise fluchend folgt.

Zwar kein Dienstboteneingang, aber eine Terrassentür, an welcher sich Mark zu schaffen macht.

„Hereinspaziert und herzlich willkommen!“ Mark stößt die Tür auf und betritt das unbewohnte Haus. Die Möbel sind mit weißen Laken vor Staub geschützt, was der Szene etwas Surreales verleiht. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt ihm allerdings nicht, da wichtigere Dinge zu erledigen sind. Die Heizung, soweit es eine gibt, in Gang bringen, etwas Essbares auftreiben und zu guter Letzt ihrem Boss eine Nachricht zukommen lassen. Obwohl der sich bestimmt schon länger fragt, wo sie bleiben.

„So.“ Mark sieht Arjen an. „Du suchst hier nach irgendwelchen Konserven… Ich schau, ob es hier eine Heizung gibt. Oder einen Ofen. Nicht, dass dir heute Nacht noch kalt wird. Es reicht mir schon, dass ich dir bestimmt eine Gutenachtgeschichte vorlesen muss.“ Die Spitze kann er sich dann doch nicht verkneifen.

„Ich brauche keine verdammte Geschichte! Und erst recht nicht von dir!“ Arjen fährt sich über die kurzrasierten Haare. „Und hör endlich auf mit diesen dämlichen Sprüchen!“ Aufgebracht stürmt er voraus, in die Richtung, in der er wohl die Küche vermutet.

Mark hebt entschuldigend die Hände und folgt ihm langsam. So wie es aussieht, wird dies eine sehr lange Nacht werden.

Und eine ohne Heizung, wie er nach einem kurzen Rundgang durch das Haus feststellen muss. Nur verrußte Kamine, die wahrscheinlich nicht funktionieren. Blieb einzig der Kohleofen in der Küche.

„Und, was haben wir zu essen?“, fragt Mark und bleibt im Türrahmen stehen.

Arjen blickt verdrießlich auf die Dosen vor ihm. „Bohnen und Bohnen, oh und Sauerkraut.“

„Herrlich.“ Mark lässt sich auf einen Küchenstuhl fallen. „Soll ich mit den schlechten Nachrichten weitermachen? Der Ofen da ist wohl der einzige der funktioniert, wenn wir ihn in Gang bekommen. Wir schlafen also auch hier unten.“

Er betrachtet, wie Arjens Miene noch mürrischer wird und muss lachen. „Jetzt schau nicht so! Von dem Abenteuer hier kannst du noch deinen Enkeln erzählen!“

„Wenn du meinst…“ Arjen seufzt und erhebt sich. „Dann lass uns wenigstens eine Matratze hier runter schaffen, auf dem Boden penn‘ ich nicht.“

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg ins Obergeschoss und wuchten kurz darauf eine schwere Matratze die Treppe hinunter in die Küche. Erschöpft lassen sie sich darauf fallen. Mark streicht sich die Haare aus dem Gesicht und streckt die Arme hinter seinen Kopf.
„Komm, jetzt lass uns was essen… Und dann schauen wir mal, wie wir den Abend rumkriegen.“, schlägt er vor und setzt sich wieder auf. „He Arjen, nicht schlafen!“

„Ich schlafe überhaupt nicht!“ Arjen setzt sich ebenfalls auf. „Wie kriegen wir den Ofen an?“


„Draußen liegt Holz und hier drinnen sollte sich irgendwo Reisig befinden. Ich geh‘ das Holz holen..“
Unter der Veranda liegt genug trockenes Holz, um den Ofen eine Nacht befeuern zu können. Mark holt einige Scheite hervor, doch bevor er zu Arjen zurückgeht, setzt er sich auf die Treppenstufen und genießt die letzten Sonnenstrahlen. Aus seiner Hosentasche zieht er die zerknautschte Zigarettenschachtel und zündet sich eine Zigarette an. Als er den Rauch wieder ausatmet, schließt er kurz die Augen und reibt sich mit der Hand darüber. Wo hatte er sich da nur hineinmanövriert? Aber irgendwie würde er es schon durchstehen.

Mark klopft sich - erfolglos – den Dreck von der Hose, sammelt das Holz auf und geht zurück in die Küche. Arjen, der vor dem Ofen kniet, dreht sich zu ihm um, als Mark die Scheite neben ihm ablegt.

„Meinst du das reicht?“, fragt er nach und fährt sich mit seiner rußverschmierten Hand über die Stirn. Mark muss lächeln, denn auch Arjens Oberhemd ist nicht mehr ganz so weiß wie zuvor. Aber anscheinend bemerkt er es nicht oder er hat sich damit abgefunden. Immerhin hat er mittlerweile auch Jackett, Weste und Krawatte abgelegt.

„Natürlich reicht das, oder hast du etwa Angst im Dunkeln rauszugehen?“ Mark lacht und klopft Arjen auf die Schulter. „So, dann wollen wir mal…“

Er schichtet das Holz in den Ofen und, nach einigen Versuchen den Reisig in Brand zu setzen, beginnen die ersten Scheite zu brennen. Schon kurz darauf wird es in der Küche wärmer und sie stellen die offenen Bohnendosen auf die Kochplatte.

„Hast du hier irgendwo Kerzen gesehen? Langsam wird’s ein bisschen dunkel…“ Mark sieht sich im Raum um und öffnet wahllos ein paar Küchenschubladen.

„Ich glaube, in dem Schrank waren welche…“, antwortet Arjen und rührt den Inhalt der Dosen um.

Mark nickt und zündet die Kerzen an, die er findet. Unruhige Schatten flackern an den Wänden entlang, als er sich wieder auf die Matratze sinken lässt. Einige Minuten vergehen, in denen sie beide rauchen; Arjen höchstwahrscheinlich zum ersten Mal. Heute scheint wirklich der Tag des ersten Mals zu sein, kommt ihm in den Sinn.

Während sie essen, schafft Mark es sogar in ihrer Unterhaltung keine sarkastischen Kommentare fallen zulassen und er merkt, dass Arjen sich scheinbar etwas entspannt. Immerhin etwas.

„Wie kannst du eigentlich so gelassen sein?“, fragt ihn plötzlich Arjen. „Ich hab schließlich diesen Kerl erschossen! Die Polizei sucht uns doch bestimmt! Und mein Vater!“

Mark seufzt resigniert. So viel also zur augenscheinlichen Entspannung.

„Ja, wir werden wahrscheinlich gesucht. Dein Vater schickt sicherlich morgen jemanden vorbei. Er ist schließlich nicht dumm und kann sich denken, wohin wir abgehauen sind. Und um deine Frage zu beantworten.“ Er macht eine kurze Pause. „Wahrscheinlich habe ich einfach schon zu viel gesehen, um wirklich geschockt zu sein.“

Mark taucht den Löffel in die halbvolle Dose mit Bohnen, rührt darin herum und stellt sie schlussendlich auf den Tisch.
„Wenn man schon so lange dabei ist und ganz unten angefangen hat, dann kriegt man wirklich eine Menge mit. Eigentlich könnte ich ziemlich neidisch auf dich sein, dass du nie in runtergekommenen Opiumhöhlen Schutzgelder kassieren musst. Du genießt ein ziemlich privilegiertes Leben, weißt du das?“

Arjen nickt langsam, als Mark ihn ansieht.

„Ich glaube schon. Eigentlich müsste ich mir nie die Hände dreckig machen. Schließlich sind schon meine Brüder im Geschäft… Ich könnte in einen anderen Clan einheiraten und sofort aufsteigen. Ohne jegliche Erfahrung.“

„Ohne jegliche Erfahrung…“, wiederholt Mark. „Ein wenig konntest du ja heute sammeln.“ Einen Moment überlegt er, ob er ausführlich mit Arjen darüber reden möchte, aber er entschließt sich dagegen. Das Thema würde schon wieder auf der Tagesordnung stehen, wenn sie zurück in Amsterdam waren.

Stattdessen steht er auf und durchsucht die Schränke, bis er eine Flasche klaren Alkohol findet.

„Genever.“, seufzt er ein wenig angeekelt. „Besser als nichts.“

Mark holt zwei Gläser und schenkt ihnen ein.

„Hier. Hilft vielleicht gegen den Schock und macht das hier ein bisschen besser.“

Arjen nimmt ihm ein Glas aus der Hand und trinkt ohne das Gesicht zu verziehen.

„Ja, vielleicht. Wirklich schlimmer kann es jetzt auch nicht mehr werden.“

Die Sonne ist mittlerweile ganz untergegangen, als Mark die halbleere Flasche wegstellt.

„Wir sollten nicht ganz so viel von dem Zeug trinken, sonst geht es uns morgen ziemlich schlecht… Außerdem ist es schon spät…“

Woher dieser plötzliche Anflug von Sorge kommt, weiß er nicht ganz genau, vielleicht vom Betrachten von Arjens Wunde, die er schon wieder aufgekratzt hat.

„So, und jetzt schau ich mir mal deine Wange an.“ Mark setzt sich näher zu Arjen und holt den Rest des warmen Wassers und einen Lappen. Vorsichtig tupft er mit dem feuchten Tuch über Arjens Wange. Gewissenhaft reinigt er den Schnitt, zieht die Haut ein wenig auseinander. Seine freie Hand liegt dabei in Arjens Nacken und Mark muss sich beherrschen, nicht die weiche Haut zu streicheln.
„Das sollte eigentlich ganz gut verheilen. Fass es halt nicht so oft an.“

Mark will sich gerade wieder zurücklehnen, als Arjen ihn plötzlich am Hemdkragen packt und seine Lippen fest auf seine eigenen presst. Mark lässt diesen Kuss zwei, drei Sekunden gewähren, ehe er zurückweicht. Arjens Blick ist schwer zu deuten im Halbdunkel der Küche.
„Jetzt habe ich dich doch überrascht!“, stößt Arjen hervor und verschränkt selbstbewusst die Arme vor der Brust.

„Das denkst du.“ Bevor Arjen reagieren kann, hat Mark sein Gesicht in beide Hände genommen und küsst ihn. Richtig dieses Mal. Vielleicht liegt es am Alkohol, vielleicht auch nicht, dass er das jetzt tut. Mark will nicht darüber nachdenken. Dafür gefällt es ihm viel zu sehr Arjen zu küssen und ihn zu berühren.

Doch als Mark Anstalten macht, die warme Haut unter Arjens Hemd zu berühren, schiebt dieser ihn entschieden von sich weg. Mark sieht ihm noch einen Augenblick irritiert nach, als Arjen fluchtartig nach draußen läuft.

„Arjen, bleib hier!“

Mark springt ebenfalls auf und erwischt Arjen noch auf der Terrasse. Hält ihn unsanft am Hemdsärmel fest.

„Wovor läufst du weg?“

Arjen sieht ihn an und schüttelt empört den Kopf.

„Vor dir! Wem denn sonst?“, antwortet er und entwindet sich Marks Griff. „Ich bin schließlich nicht so- So wie du!“
Mark verschränkt die Arme vor der Brust und sieht Arjen herausfordernd an.

„Woher willst du das wissen, hm? Du hast es doch auch sicherlich noch nie mit einer Frau getan.“

Er hört Arjen schnauben und sieht, wie er eine Hand zur Faust ballt.

„Du bist doch abnormal! Außerdem bin ich verlobt!“

Arjen kommt auf ihn zu und schubst Mark gegen die Brust, sodass er ein paar Schritte rückwärts taumelt.

„Und warum hast du mich dann geküsst?“, fragt Mark süffisant und tritt so nah an Arjen heran, dass der seinen Atem auf der Haut spüren muss.

„Komm mir ja nicht zu nahe!“ Ohne auf Marks Frage zu antworten was dieser auch gar nicht erwartet hat, redet Arjen sich weiter in Rage.

„Und jetzt muss ich auch noch die Nacht mit dir verbringen! Du fällst doch über mich her!“

Mark lacht empört auf. Wieder ist er nah bei Arjen, drückt ihn provokant gegen die Hauswand. Presst sein Knie zwischen Arjens Beine.

„Wünscht du dir das nicht?“, raunt Mark ihm ins Ohr, um nur Sekunden später weggeschubst zu werden.

„Lass mich in Ruhe!“, faucht Arjen und schlägt wild nach ihm. Eine Faust trifft Mark in den Rippen, der anderen kann er gerade noch so ausweichen.

Kurz stehen sie sich gegenüber, bis Mark auf Arjen losgeht und ihn zu Boden ringt. Mit aller Kraft drückt er den sich windenden Arjen runter, spürt dessen sich heftig hebenden und senkenden Brustkorb an seinem Knie.

Mark sieht ihm eindringlich in die Augen, fixiert Arjen nicht mehr nur körperlich unter sich. Die Spannung zwischen ihnen ist förmlich greifbar und es ist längst nicht mehr die Wut, die sie erzeugt.

Auch Arjen scheint diesen plötzlichen Stimmungswechsel zu bemerken und senkt seinen Blick.

„Weißt du, ich brauch das hier nicht. Komm damit klar, oder… Oder lass es sein.“

Mark erhebt sich, sieht auf Arjen herab und geht zurück in die Küche. Den Genever schenkt er erst gar nicht in ein Glas, sondern trinkt direkt aus der Flasche.

Mit einem Seufzen lässt er sich wieder auf die Matratze sinken und lehnt sich gegen die Küchenzeile. Nach einer Weile hört er die Dielen knarren und Arjen setzt sich neben ihn, nimmt ihm die Flasche aus der Hand und trinkt einen großen Schluck.

Lange Minuten sitzen sie schweigend nebeneinander, reichen immer wieder die Flasche zwischen ihnen hin und her, bis sie leer ist.
Mark rollt die Flasche von ihnen weg und streckt sich, merkt mit einem Mal den Alkohol.

„Wir sollten schlafen…“, bringt er mit schwerer Zunge hervor und sieht Arjen an.

„Miteinander?“, fragt Arjen plötzlich und beginnt zu kichern.

Mark sieht ihn verblüfft an. Was war das denn jetzt? Er spürt Arjens Blick über seinen Körper wandern und wieder zu seinem Gesicht.
„Was wird das?“ Mark schluckt, doch das trockene Gefühl in seinem Mund bleibt.

„Das.“, erwidert Arjen. Mehr ein Ausatmen. Und dann ist da plötzlich Arjens Hand in seinem Schritt. Unwillkürlich spreizt Mark seine Beine und muss keuchen, als Arjens Griff fester wird. Er hat mit allem gerechnet nur damit nicht. Und auch nicht damit, dass Arjen ihn jetzt bestimmt auf die Matratze drückt und harsch küsst. Mark erwidert die fast schon schmerzhaften Bewegungen. Zähne prallen aufeinander und auf einmal schmeckt er Blut.

Arjen lässt überrascht von ihm ab. Es ist seine Lippe, die blutet und eine rote Spur auf seinem Kinn hinterlässt. Augenblicklich zieht Mark ihn wieder zu sich. Öffnet fahrig Arjens Hemd. Seine Hände wandern über den warmen, festen Körper, ehe Arjen ihn an den Handgelenken packt und festhält.

„Meine Regeln.“, presst er hervor und reibt sich an Marks Schritt. Der keucht und lässt sich ergeben nach hinten sinken. Arjen hält sich nicht lange daran auf, Marks Hemd zu öffnen, sondern widmet sich dessen Hose. Wieder liegt seine Hand in Marks Schritt, knetet seine Erektion und lässt ihn aufschreien. Mark sieht noch Arjens diabolisches Lachen, ehe sein Mund von Arjens Lippen verschlossen wird.

Arjens Berührungen lassen Hitzeschauer durch seinen Körper rollen. Was war plötzlich in diesen Jungen gefahren? Mark ist unfähig eine Antwort zu finden. Sein Gehirn ist viel zu beschäftigt, die Vielzahl an Eindrücken aufzunehmen.

Derweil macht sich Arjen an seinem Hals zu schaffen, leckt über seine pulsierende Schlagader, beißt ihn schmerzhaft. Unkontrolliert greift Mark nach Arjens Hintern, packt ihn fest. Quittiert Arjens Grollen damit, dass er ihn fester auf seine Hüften drückt, Arjens Hand noch immer zwischen ihnen.

Mit seiner freien Hand fasst Arjen Mark in die Haare, zwingt ihn ihm in die Augen zu sehen. Mark erschaudert ob der Lust, die er in ihnen sieht. Mark lässt sich bereitwillig von Arjen küssen, merk wie sich dieser an seine Hose zu schaffen macht, seine Erektion freilegt und kurz darauf fest umschließt. Mark kann sich nicht beherrschen, beißt Arjen wieder in die Lippe. Das Blut vermischt sich mit ihrem Speichel, rinnt sein Kinn hinunter.

Mark krallt sich mit einer Hand in Arjens Rücken, hinterlässt rote Spuren. Arjen keucht, bewegt seine Hand an Marks Glied ruckhaft auf und ab. Länger würde er das nicht mehr aushalten. Schweiß rinnt ihm die Schläfen hinab, durch halb geschlossene Augen sieht er, dass es Arjen nicht anders geht.

Bestimmt macht sich Mark an Arjens Hose zu schaffen, schlägt seine Hand weg, als er ihn davon abhalten will. Arjens stöhnt in sein Ohr, berührt es mit heißen Lippen, als Mark seine Erektion umfasst und beginnt seine Hand zu bewegen.

„Gefällt… dir doch… auch!“, bringt Mark heiser hervor.

Er erhält keine Antwort. Nur Arjens Hand, die sich von seinem Glied löst, ihn enttäuscht klagen lässt und ihn Sekunden später beinahe den Verstand verlieren lässt. Ihre beiden Glieder werden durch Arjens festen Griff hart und pulsierend aneinandergepresst.

Nie im Leben hat er daran gedacht, dass einmal solche Laute aus seinem Mund kommen würden. Er schreit wie ein wildes Tier, Arjens Stimme mindestens genauso laut in seinem Ohr, als er seine Hand wieder bewegt. Gleichzeitig mit seinem Becken.

Alle Hitze seines Körpers sammelt sich in diesem Moment in seinem Unterleib, verdichtet sich und bricht mit einem Mal aus ihm hervor. Er schnauft atemlos, spürt ihr Sperma warm und klebrig auf seinem Bauch. Notdürftig wischt er es am Betttuch ab, zieht seine Hose wieder richtig an. Er wagt es nicht Arjen anzusehen, bis der sich zu ihm beugt. Ihm grinsend einen Kuss auf die verschwitze Stirn gibt.



Mit polternden Schritten betritt jemand die Küche, lässt Mark und Arjen aus dem Schlaf schrecken. Mark kneift die Augen zusammen und richtet sich auf.

„Los, aufstehen!“, raunzt der Neuankömmling.

„Ja doch…“ Mark steht wankend auf und streckt sich, betrachtet den Mann. „Oh, Ruudje. Morgen.“

Ausgerechnet Ruudje. Er ist der Handlanger von Arjens Vater und er und Mark sind in der Vergangenheit schon häufiger aneinandergeraten. Ihre Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit und sie halten sich die meiste Zeit von einander fern. Wahrscheinlich ist sein Erscheinen schon der erste Teil seiner Strafe.

Hinter Mark ist auch Arjen aufgestanden und versucht sein Hemd trotz einiger fehlender Knöpfe zu schließen.

„Spar dir deine Höflichkeit.“, knurrt Ruudje und mustert sie beide ausführlich. Eine gewisse Intelligenz kann Mark ihm nicht absprechen und er zählt wohl nur eins und eins zusammen. Sein Blick verfinstert sich zusehends.

„Was zur Hölle erlaubst du dir eigentlich, van Bommel?“ Ruudjes Worte sind gepresst und er packt Mark mit festem Griff an die Schulter. „Erst erschießt du Andries, dann beklaut ihr ihn und haut hier her ab! Hast du eigentlich auch nur den Hauch einer Ahnung, was du da gemacht hast?“

„E- Er hat ihn erschossen!“ Etwas Besseres fällt ihm in dem Moment nicht ein und er deutet auf Arjen. „Was hätte ich denn machen sollen?“

„Es ist mir völlig egal, wer ihn erschossen hat! Du hattest die verdammte Verantwortung für Arjen und diesen Auftrag! Ich dachte bisher immer, dass du wenigstens ein ganz bisschen mehr auf dem Kasten hast, aber scheinbar habe ich mich getäuscht, wenn du sogar so was vergeigst!“

Ruudje schüttelt ihn unsanft an der Schulter.

„Ehrlich, seitdem du Arjen gesehen hast, hat doch bei dir alles ausgesetzt! Du hast ihn doch noch animiert zu schießen! Damit ihr hier ungestört seid! Ich hoffe du weißt, was dich erwartet.“

In den letzten Worten ist deutliche Verachtung mitgeschwungen. Mark reißt sich von ihm los und starrt Ruudje wutentbrannt an.
„Was fällt dir eigentlich ein?“, zischt er und muss sich beherrschen nicht auf ihn loszugehen. Das würde ihm nur noch größeren Ärger einbringen.

Plötzlich stellt sich Arjen entschieden zwischen sie und legt Mark eine Hand auf den Arm.

„An deiner Stelle würde ich diese Unterstellungen sein lassen.“ Arjens Stimme klingt kalt und ruhig. Mark ist beinahe schon überrascht. „Mark trifft keine Schuld. Ich habe Andries erschossen. Einzig und allein ich. Verstanden?“, fragt er mich Nachdruck und sieht Ruudje herausfordernd an.

„Tz! Ich glaube dir zwar nicht, aber wenn du meinst.“ Plötzlich hat Ruudje nicht mehr den Mut ihn anzufahren. Scheinbar zeigt Arjens Position Wirkung. „Trotzdem, Mark hatte die Verantwortung für den Auftrag. Und mit dir hat dein Vater auch noch ein ernstes Wort zu reden. Freu dich ja nicht zu früh. Und jetzt zieht euch verflucht noch mal was an! Ich warte draußen.“

Ruudje sieht sie noch einmal geringschätzig an und verlässt die Küche. Arjen und Mark atmen erleichtert auf. Jetzt sind sie ihn wenigstens für einen Moment los. Schweigend zieht sich Mark sein Hemd an, knöpft es langsam zu und beobachtet Arjen, der am Küchentisch lehnt. Eine von Marks Zigaretten zwischen den Lippen. Irgendwie wirkt er gar nicht mehr wie der unsichere Junge, der gestern auf seinem Beifahrersitz saß. Viel gereifter, selbstsicherer.

Mark tritt auf ihn zu und nimmt ihm die Zigarette aus der Hand. Zieht daran und küsst Arjen noch einmal kurz, ehe er mit ihm zusammen das Haus verlässt.

Sie beide wird riesiger Ärger erwarten, wenn sie nach Amsterdam zurückkommen, aber die Erfahrung dieser Nacht ist es ihm wert.

Date: 2012-11-04 09:21 pm (UTC)
From: [identity profile] prescanbame.livejournal.com
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